Liam Patuzzi stellt Förderprogramm IQ im australischen Brisbane vor

Vom 22. bis zum 26. Oktober war ebb-Mitarbeiter Liam Patuzzi auf Einladung der Organisation MDA Queensland (Multicultural Development Australia) in Brisbane, Australien, zu Gast. MDA Queensland zählt in Australien zu den größten zivilgesellschaftlichen Akteuren im Bereich Multikulturalität und Inklusion. In Partnerschaft mit Stakeholdern aus dem öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Sektor bietet MDA in Queensland Ankunfts- und Integrationsdienstleistungen für Geflüchtete und setzt sich außerdem für die interkulturelle Sensibilisierung von Institutionen und Gemeinschaften ein. Dank eines intensiven "Fahrplans" hatte Liam Patuzzi Gelegenheit, zahlreiche Einblicke in Maßnahmen und Programme zur beruflichen Integration zu gewinnen. Unter anderem besuchte er das Projekt "Work and Welcome", das Geflüchteten Zugang zu Praktika in mehreren Berufsfeldern ermöglicht; das berufliche Qualifizierungsprogramm "Skilling Queenslanders for Work" und ein Projekt des "Career Pathways Program", das Geflüchteten dabei hilft, eine Anerkennung ihrer Qualifikationen zu erlangen und in ihrem erlernten Beruf Fuß zu fassen. Darüber hinaus führte Liam Patuzzi Gespräche mit einem Jobcenter, mehreren Sozialunternehmen und Migrantenorganisationen, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierung Queensland (u.a. mit Business and Skilled Migration Queensland und Multicultural Affairs Queensland).

Vor einem Publikum von ca. 60 Personen - darunter auch einem Vertreter des australischen Arbeitsministeriums - stellte Liam Patuzzi am 24. Oktober das Förderprogramm IQ sowie Entwicklungen in der deutschen Integrationspolitik vor. Darauf folgte eine lebhafte Diskussion, in der sich das Interesse der Teilnehmenden insbesondere auf die Anerkennung ausländischer Qualifikationen und die Investitionen der deutschen Bundesregierung in die Integration von Geflüchteten richtete. Als besonders bemerkenswert hoben einige Publikumsgäste hervor, dass Deutschland trotz aller Herausforderungen einen optimistischen Diskurs über Zuwanderung pflege, in dem die volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale betont würden. Aus dem migrationspolitischen Blickwinkel hat Australien in den vergangenen Jahren vor allem wegen einer sehr restriktiven Asyl- und Grenzschutzpolitik internationale Schlagzeilen gemacht.

"Im Kontrast dazu vermittelte mir dieser Besuch das Bild einer breiten Landschaft engagierter Akteurinnen und Akteure, die mit Offenheit, engmaschiger Zusammenarbeit, ehrlicher Selbstkritik, Erfindungsgeist und einer guten Dosis Pragmatismus den Bedürfnissen von Neuzugewanderten und Schutzsuchenden begegnen, um sie als vollwertige Mitglieder in die australische Gesellschaft zu inkludieren", unterstrich Liam Patuzzi. "Trotz der langjährigen Erfahrung Australiens als Einwanderungsland zeigten sich Akteurinnen und Akteure im Arbeitsmarkt- und Integrationsbereich oft sehr neugierig gegenüber deutschen Ansätzen und Lösungen, zum Beispiel im Bereich der Feststellung von Kompetenzen, der Anerkennung ausländischer Qualifikationen oder der beruflichen Qualifizierungsangebote für Geflüchtete."