Netzwerk IQ beim European Migration Forum in Brüssel

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Alisha Molter, wissenschaftliche Referentin der ebb GmbH, vertrat das Förderprogramm IQ auf dem European Migration Forum in Brüssel, das sich vom 6. bis 7. März 2018 mit Herausforderungen und erfolgreichen Ansätzen der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten in nationale Arbeitsmärkte befasste.

"Schauen Sie sich die belgische Nationalmannschaft an. Das sind die neuen Belgier!" Mit diesen Worten eröffnete George Dassis, Präsident des European Economic and Social Committee (EESC), seine Rede auf dem vierten European Migration Forum in Brüssel.

Vor rund 200 Vertreterinnen und Vertretern von NGOs, lokalen und regionalen Verwaltungen, nationalen Regierungen, der EU-Kommission und des EESC, betonte Dassis die Verpflichtung der EU Staaten zur Aufnahme von Geflüchteten und zur Integration. Integration gelinge jedoch nur, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Hierbei leiste besonders die Zivilgesellschaft in ganz Europa einen großen Einsatz, so Dassis.

Für Dimitris Avramopoulos, EU Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft, ist eine erfolgreiche Integration von Migrantinnen und Migranten der Schlüssel zum Erfolg der Europäischen Gemeinschaft. Sowohl im Hinblick auf älter werdende Gesellschaften, als auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in vielen Berufsfeldern, sei Integration auch von Geflüchteten von besonderer Bedeutung, so Avramopoulos.

Eugenio Ambrosi, Regionaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM) für den Europäischen Wirtschaftsraum, die EU und die NATO betonte, dass den Stimmen der Migrantinnen und Migranten zu wenig zugehört werde und ein wesentlicher Mangel im Politikgestaltungsprozess der EU sei. Integration sei auch auf Fragen innereuropäischer Sicherheit die beste Antwort: "weit effizienter, als das Schließen von Grenzen, die nicht wirklich dicht sind".

Erfolgreiche Integration war auch Thema am zweiten Tag der Konferenz, an dem zunächst über EU- Fördermöglichkeiten informiert wurde. In Anspielung auf das zeitintensive Monitoring der EU-Fonds, bei dem Erfolgskriterien oft unklar formuliert sind, betonte ein Vertreter der EU Kommission, dass erfolgreiche Integration "kein Kästchen zum Ankreuzen" sei, sondern Zeit brauche.

Das European Migration Forum überzeugte neben den engagierten Aussagen durch seinen partizipativen Ansatz: Für die offene Themenrunde "the floor is yours" waren alle Teilnehmenden der Konferenz eingeladen, Themen vorzuschlagen, die sie gerne in Arbeitsgruppen vertiefen möchten. Auch in den insgesamt acht Workshops diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen zu Multistakeholder-Ansätzen der Arbeitsmarktintegration und Möglichkeiten einer Verbesserung der Kooperation auf lokaler Ebene. Beispiele guter Praxis bei der Anerkennung und Entwicklung von Qualifikationen waren Schwerpunkt in weiteren Workshops, ebenso wie Strategien für das erfolgreiche Zusammenbringen von Kompetenzen der Geflüchteten und Bedürfnissen des Arbeitsmarkts.