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NaBi – Nachhaltige Bindung von Fachkräften aus Drittstaaten in der Brandenburger Gesundheits- und Pflegebranche

Laufzeit: 10/2020–03/2021

Im März 2020 trat das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft, mit dem Ziel, eine Steigerung der Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten zu fördern. Zu seiner erfolgreichen Umsetzung bedarf es nicht nur eines verbesserten Zuwanderungsmarketings für Deutschland. Auch ein verändertes Zuwanderungsmanagement ist notwendig, denn bisher bestehen vor allem Defizite in der nachhaltigen Bindung der neuzugewanderten Fachkräfte, weil Maßnahmen zur sozialen Integration, für das soziale Umfeld oder zur begleitenden Arbeitsmarktintegration fehlen. Viele Fachkräfte verlassen daher Deutschland schon kurz- bzw. mittelfristig wieder.

Damit die neuzuwandernden Fachkräfte aus Drittstaaten langfristig ein Interesse haben in Brandenburg zu arbeiten und zu leben, müssen unterstützende Strukturen die Integration erleichtern und dadurch Anreize zum Bleiben schaffen. Die Etablierung von Netzwerk-Strukturen bildet eine soziale Innovation, die Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht und sich nach einem Entwicklungs- und Initiierungsprozess selbst tragen kann. Migrant*innenorganisationen in bestehenden Strukturen mitzudenken und in Integrationsprozesse community-basiert einzubinden, ist innovativ und nachhaltig.

Der Fokus des Entwicklungsprojektes NaBi, welches von Oktober 2020 bis März 2021 umgesetzt wurde, lag auf Unternehmen der Gesundheits- und Pflegewirtschaft und ihren Pflege- und Gesundheitsfachkräften, die in Brandenburg arbeiten oder arbeiten wollen. Ziel war es, gemeinsam mit Migrant*innen praktische und konzeptionelle Vorbereitungen für die empowernde Befähigung zur Selbstorganisation zu treffen um damit zur nachhaltigen Fachkräftebindung in Brandenburg beizutragen. Es galt zu erproben, ob Fachkräfte aus Drittstaaten mit Selbsthilfestrukturen nachhaltig besser zu binden sind.

Zu den Aufgaben von ebb gehören:

  • Pflege- und Gesundheitsfachkräfte wurden durch informelle und formelle Strukturen aktiviert. Die Begleitung ihrer Unternehmen und der Fachkräfte erfolgte auf organisatorischer (z.B. Auf- und Ausbau virtueller Netzwerke oder Vorschlag von Arbeitsformaten) und inhaltlicher Ebene (z.B. Informationsveranstaltungen zur Sozial- und Krankenversicherung in Deutschland, zur Lohnabrechnung oder Wohnungssuche).
  • Die im November 2020 gegründete aktive Facebook-Gruppe „Internationale Gesundheitsfachkräfte in Brandenburg“ bot einen direkten und schnellen Kontakt zu den Fachkräften über einen Social-Media-Kanal. In der Gruppe wurden Informationen zu Alltagsthemen, der Integration und der aktuellen Pandemie gegeben und Beratung realisiert. Ende März 2021 hatte die Facebook-Gruppe 48 Mitglieder, die mehrheitlich aus Lateinamerika kommen.
  • Zusätzlich wurde Face-to-face (soweit pandemiebedingt möglich) und virtuell weiterer persönlicher Kontakt zu internationalen Fachkräften hergestellt, bei dem individuelle Fragen geklärt wurden., etwa zum Thema Familienzusammenführung.
  • Überdies wurden in diesem Entwicklungsprojekt Arbeitgeber*innen zur sozialen Unterstützung von Fachkräften aktiviert, um eine Verbindung ihrer Aktivitäten mit der betrieblichen Integration zu schaffen. Krankenhäuser wurden für diese sozialen Innovation gewonnen und in Netzwerkstrukturen eingebunden. Dies galt auch für weitere Institutionen,Akteur*innen und Multiplikator*innen des Zuwanderungsmanagements und -marketings in Brandenburg.

ebb schaffte mit dem Projekt erste Strukturen für die Selbstorganisation und Selbsthilfe durch Fachkräfte aus Drittstaaten mit dem Ziel einer nachhaltigen Fachkräftebindung. Resultate des Projektes dazu waren die Aktivierung von Migrant*innen für die Initiierung und Etablierung einer Community von Brandenburger Fachkräften der Gesundheits- und Pflegebranche aus Drittstaaten in virtuellen Netzwerken. Zusätzlich wurde ein Handlungskonzept erarbeitet, welches für eine nachfolgende Gründung einer sich selbst tragenden Migrant*innenorganisation in einem weiteren Modellprojekt Anregungen gibt.

Weiterführende Informationen unter:
https://esf.brandenburg.de
https://ec.europa.eu


Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „Förderung sozialer Innovationen im Land Brandenburg“, finanziert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Brandenburg.

Der ESF investiert in Menschen. Er unterstützt Unternehmen und Beschäftigte bei der Qualifizierung und Fachkräftesicherung. Der ESF fördert die Chancengleichheit und den Zugang zu Beschäftigung. Er leistet so einen Beitrag zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und zur Armutsbekämpfung.